Gottes Rache an Darwin

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Gottes Rache an Darwin

Beitrag von Baba Roga am So Jan 13, 2008 10:24 pm

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http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/libertarian/allgemein/2008-01-12/gottes-rache-an-darwin
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Gottes Rache an Darwin


Die Titelgeschichte „WARUM WIR GLAUBEN MÜSSEN“ der aktuellen Ausgabe von ZEIT-Wissen bietet einen sehr schönen und überaus anschaulichen Überblick zur Evolution der Religion.


Insofern es ausgerechnet die Biologie ist, die uns zeigt, warum Menschen einer Religion anhängen, hat den Autor Ulrich Schnabel zu der geistreichen Bemerkung veranlasst, dass dies Gottes späte Rache an Darwin sein könne.

Der Artikel erklärt die Entstehung der Religion aus den evolutionär gewachsenen Denkstrukturen unseres Gehirns. Unser kausal, teleologisch und empathisch denkendes Gehirn ist offenbar die Wiege der Religion. Unser angeborenes kausales Denken lässt uns hinter allem eine letzte Ursache vermuten. Unser angeborenes teleologisches Denken lässt uns hinter allem einen tieferen Zweck annehmen. Und unser angeborenes empathisches Denken lässt uns hinter allem eine bewusste Absicht wittern.

Obgleich die Beschreibung der Religion als „eine Art mentales Energiesparprogramm“ meinem mitunter etwas boshaften atheistischen Humor entgegenkommt, gibt es in dem Artikel doch einige Aussagen, die man meines Erachtens so nicht stehen lassen kann.

Der erste Kritikpunkt betrifft den vollkommen irreführenden Gebrauch des Wortes „glauben“. Was hat der Glaube an Gott mit „dem Glauben an die Wissenschaft“ gemein? Nichts! Was hat der Glaube an Esoterik mit „dem Glauben an den Markt“ gemein? Auch nichts! Was hat der Glaube an die Astrologie mit „dem Glauben an die Astronomie“ gemein? Ganz und gar nichts! Zwischen Astronomie und Astrologie liegen Welten. Die Zuversicht in die Zuverlässigkeit astronomischer Vorhersagen mit der Zuversicht in die Zuverlässigkeit astrologischer Vorhersagen zu vergleichen, ist schlichtweg unangemessen, wenn nicht sogar unverantwortlich.

Da die höchst eigenwillige Verwendung des Wortes „glauben“ ein überaus beliebter Taschespielertrick der Theologen ist, will ich noch einen Moment dabei verweilen. Theologen sagen mitunter: „Ich glaube an Gott. Sie glauben nicht an Gott. Letztlich glauben wir also beide!“ Dieses „Argument“ soll eine Patt-Situation suggerieren, die gar nicht vorliegt. Um sich dies klar zu machen, ersetze man das Wort „Gott“ nur einmal durch das Wort „Weihnachtsmann“. Ist der Glaube an die Existenz des Weihnachtsmanns genauso rational wie der Glaube an die Nichtexistenz des Weihnachtsmanns? Sicher nicht!

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Implikationen der sogenannten „Neurotheologie“. Der zitierte Darwinist und Christ Justin Barrett sagt ganz recht, dass die Forschungsergebnisse zur Evolution der Religion die Existenz Gottes keineswegs widerlegen. Dass wir gezwungen sein mögen, an Gott zu glauben, beweist weder, dass es Gott gibt, noch dass es Gott nicht gibt. Diese Aussage ist vollkommen unproblematisch.

Problematisch ist dagegen seine Aussage: „Warum sollte Gott uns nicht gerade so formen, dass wir den Glauben an göttliche Wesen ganz natürlich finden?“ Warum ist diese Aussage buchstäblich „problematisch“? Nun, weil sie das Theodizee-Problem aufwirft, also die Frage, ob Gott angesichts des Bösen in der Welt wirklich gut sein kann. Wie könnte ein allmächtiger, allwissender und allgütiger Gott die Menschen an ganz unterschiedliche göttliche Wesen glauben lassen, wenn er doch wissen musste, dass sie im Namen ihrer Götter übereinander herfallen und ausrotten werden?

Der dritte und letzte Kritikpunkt betrifft den beständig wiederholten Vorwurf, Richard Dawkins sei nicht nur ein militanter, sondern sogar ein fundamentalistischer Atheist, weil er in seinem Buch „Der Gotteswahn“ einen überaus polemischen Ton anschlage. Zum Beleg wird, wie üblich, die Stelle zitiert, in der Dawkins den Gott des Alten Testaments als einen „frauenfeindlichen, homophoben, rassistischen, Kinder – und Völker mordenden Tyrannen“ bezeichnet.

Für den Leser, der den lieben Gott nur aus der sonntäglichen Messe kennt, mögen dies harte Worte sein, doch für denjenigen, der sich die Mühe gemacht hat, das Alte Testament einmal selbst zu lesen, ist dies bestenfalls eine bewusst einseitige, aber dennoch durchaus korrekte Beschreibung des hebräischen Gottes. Hier nur drei Stellen zum Beleg: In 3. Mose 20: 13, heißt es: “Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben. Ihr Blut sei auf ihnen.“ In 1. Samuel 15: 27 steht: „So spricht der HERR: Schlage Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und allem was er hat; schone seiner nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge.“ Und im Psalm 137: 9, heißt es schließlich sogar : „Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert.“

Hat Dawkins nun also recht oder unrecht?
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Re: Gottes Rache an Darwin

Beitrag von Lucky Luke am Mo Jan 14, 2008 5:11 am

Baba Roga schrieb:. Was hat der Glaube an Gott mit „dem Glauben an die Wissenschaft“ gemein?

Na ja ob ich daran Glaube dass Gott die Welt in 7 Tagen erschaffen hat oder sie durch einen Urknall durch Zufall entstanden ist> ist ja eigentlich kein großer Unterschied. Was bietet die eine Theorie mehr Erklärung als die andere?

ich für meinen Teil halte es für am plausibelsten dass die ganze Welt auf einem Versuchsexperiment basiert. d.h. wir sind in gewisser Weise nur Versuchsobjekte. Für das etwas was dahinter steckt mögen wir sein wie irgendwelche Labor-Ratten für uns. Very Happy
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Re: Gottes Rache an Darwin

Beitrag von Baba Roga am Mi Jan 16, 2008 10:20 pm

Lucky Luke schrieb:
Baba Roga schrieb:. Was hat der Glaube an Gott mit „dem Glauben an die Wissenschaft“ gemein?

Na ja ob ich daran Glaube dass Gott die Welt in 7 Tagen erschaffen hat oder sie durch einen Urknall durch Zufall entstanden ist> ist ja eigentlich kein großer Unterschied. Was bietet die eine Theorie mehr Erklärung als die andere?

ich für meinen Teil halte es für am plausibelsten dass die ganze Welt auf einem Versuchsexperiment basiert. d.h. wir sind in gewisser Weise nur Versuchsobjekte. Für das etwas was dahinter steckt mögen wir sein wie irgendwelche Labor-Ratten für uns. Very Happy
Ich glaub auch das etwas (z.B. „Gott“) das Universum (egal wie....) erschaffen hat. Ob er das was daraus entstanden ist beeinflusst. Keine Ahnung. Ob die Menschen oder Materie in Raum und Zeit. Keine Ahnung.

Daher folge ich meinem „Kulturgen“ (Mem) und bleibe meinen Vorfahren treu. Auch ist das in meinen Augen die beste Form zur Zeit.

P.s. Schwierig es kurz zu fassen.
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